14. Jul

Spital statt Trostrunde

Daniel Allerstorfer fliegt im Viertelfinale von Budapest voll auf die Schulter. "Da steht eine Beule raus." Filzmoser vermittelte ihn zu Spezialarzt.

Für Oberösterreichs Judoka war der Grand Prix in Budapest - ihr erstes Turnier, das zu hundert Prozent in die Olympia-Qualifikation miteinfließt - ein recht erfolgreicher. Eigentlich.

 

Nach Platz drei von Sabrina Filzmoser, die sich mit 39 Jahren und 30 Tagen zur ältesten Medaillistin auf der World Tour kürte, und dem neuerlich bärenstark aufkämpfenden Shamil Borchashvili (5.), marschierte am Sonntag dann auch noch Daniel Allerstorfer mit zwei Siegen ins Viertelfinale und in Richtung der Spitzenplätze.

 

Nach einem raschen Festhaltersieg über Pedro Pineda (VEN) erwischte er den Kubaner Andy Granda, gegen den er in Osaka noch verloren hatte, kurz vor Ende mit Kosoto-gari und hielt ihn ebenfalls fest. "Ich war super eingestellt", sagte der Schwergewichtler. Die gegnerischen Angriffe umlaufen und ihn dann niederbügeln, so ungefähr lautete die Marschroute, die es dann auch im Viertelfinale ausgepackt wurde.

 

VIDEO: Die Entscheidung gegen Granda


In der Runde der letzten Acht stand Allerstorfer niemand geringeren als Or Sasson gegenüber. Auch gegen die groß gewachsenen Israeli passte diese Taktik so gut, dass der UJZ'ler nach einem Konter mit Waza-ari in Führung ging. "Das war ein klarer Ippon", kritisierte Landestrainer Klaus-Peter Stollberg, der einen kleinen Bonus des hochdekorierten Olympia-Dritten vermutete.

 

Nur Momente später drehte dann Sasson aber links tief ein und Allerstorfer landete mit vollem Karacho nicht nur auf Ippon, sondern leider auch voll auf der linken Schulter. Anstatt in der Trostrunde noch einmal ins Rennen um Bronze einzusteigen, stieg Allerstorfer sofort ins Auto und trat die Reise Richtung Linz an. "Da steht eine Beule raus", berichtete der 26-Jährige, der letztlich Platz sieben belegte, noch während der Heimfahrt.

 

Teamkollegin Filzmoser, die bekanntermaßen eine recht lange Verletzungshistorie aufweist, hatte indes sofort ihre Kontakte angezapft und konnte ihn zu Schulterspezialisten Milan Capousek, Oberarzt am Linzer UKH, vermitteln. "Als ich vor eineinhalb Jahren eine komplizierte Brustmuskelruptur hatte, hat er meine Sehne mittels Schweingewebezellen wieder hinbekommen", schwärmte Filzmoser vom Mediziner, der diese Methode von einem Pilotprojekt in Florida übernommen hatte. 

 

Derartiges sollte bei Allerstorfer im Idealfall freilich nicht notwendig sein, der am Sonntagabend untersucht wurde. Eine genau Diagnose folgte am Montag. Die ersten Schätzungen des ÖJV-Physiotherapeuten sprachen von einer teilweisen Luxation des Schultergelenks und dass der Oberarmkopf wieder hineingesprungen sei. 

 

Das letzte World-Tour-Turnier vor der WM Ende August in Tokio ist der Grand Prix in Zagreb in zwei Wochen.

 

VIDEO: Die Entscheidung gegen Sasson


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