08. Apr

Wenn der Münzwurf entscheidet

Landesliga: Beim 16:6 von UJZ in Reichraming führte bei der Aufstellung teils der Zufall Regie. Allerdings wuchsen einige über sich selbst hinaus.

Hand aufs Herz: Es war nicht zu erwarten gewesen, dass die dritte Mannschaft des UJZ Mühlviertel bei der zweiten Garde Reichramings mit 16:6 gewinnt. Viel zu hoch, hätte man gesagt, da ja die Mühlviertler ohne 55er und ohne echten 90er in das schöne Ennstal reisten.

 

Doch gerade Letzteres sollte sich in Wohlgefallen auflösen: Da Christoph Scheiblhofer mit 70 Deka "Übergepäck" anreiste, wurde der 16-Jährige kurzerhand in die 81er raufbeordert, wodurch sich die beiden etatmäßigen 81er, Norbert Gattringer und Michael Makula, die 90er nebenher aufteilen konnten.

 

Das ging voll auf.

 

Vor allem da Scheiblhofer in der 81er so richtig stach. Nicht nur, dass der Waldinger Manuel Wiesinger schlug, ipponisierte er im zweiten Durchgang auch noch den wesentlich routinierteren Martin Prexl. Der Schritt nach vorne, den "Breiti" an diesem Abend gemacht hatte, war unübersehbar, was auch mit der Wahl zum "UJZ'ler der Runde" honoriert wurde. Daneben machten auch noch Gattringer und Makula ihre Punkte.

 
Die Geschichte vom "David" Fidler

 

Dabei hätten an jenem Abend in Reichraming gleich mehrere das Zeug zum "UJZ'ler der Runde" gehabt. Einer davon war Lukas Fidler, der wie kein Zweiter den Geist der Landesliga verkörpert. Der Sarleinsbacher ist ja bekanntlich nicht unbedingt ein Riese, dennoch schreckten ihn auch ein paar Kilo zu viel (sowie ein verstauchter Daumen) nicht davon ab, kurzerhand bis 73 kg abzuwiegen.

 

Seine Aufstellung "erkämpfte" er sich im zweiten Durchgang durch einen Münzwurf, bei dem er sich gegen den im ersten Durchlauf glänzend kämpfenden Michael Hofer (er kämpfte Routinier Johann Reisinger mit drei Shidos ganz trocken herunter) durchsetzte.

 

Dass sein Gegenüber, Bernhard Scharnreiter, ziemlich genau einen Kopf größer war als er, störte ihn nicht die Bohne: Stattdessen haute ihm "Fidi" dreist die rechte Kralle rauf und marschierte munter drauflos. Die Krönung war schließlich, als er mit einem rechten Uchi-mata das entscheidende Waza-ari machte. Seine Teamkollegen erinnerte sein heroischer Kampf an jenes biblisches Duell von David und Goliath, weshalb ihm - wenn's ganz blöd läuft - der Spitzname David bleiben könnte.

 

Fidler war jedoch nicht der einzige, der seine Aufstellung per Münzwurf eroberte. Sein Sarleinsbacher Kollege Valentin Eder gelang das gleiche bis 66 kg. Auch er rechtfertigte dies, indem er Raphael Röcklinger aus der eigenen Bodenlage dann noch Seoinage schmiss...kuriose neue Judo-Regeln.

 

Vianello steigerte sich

 

Viele Stimmen bei der teaminternen Wahl zum "UJZ'ler der Runde" heimste auch Luca Vianello ab. Dabei hatte der 50er im ersten Durchgang mit Gegner Jonas Stubauer seine liebe Müh und Not - verlor letztlich auch mit drei Shidos. Was allerdings imponierte, war seine Steigerung im zweiten Durchgang, in dem er gegen den gleichen Gegner beherzter und mutiger zur Sache ging und sogar einen Waza-ari-Rückstand mit Wurf und Festhalter noch drehte.

 

In der Klasse +90 kg bot Reichraming mit dem 110 kg schweren Florian Wiesinger jenen Schwergewichtler auf, welcher zuletzt auch in der Bundesliga zum Zug kam. Thomas Groiss ließ sich davon nicht abschrecken. Der Tischler schraubte sich den Installateur handlich zurecht und ging zweimal als Sieger von der Matte.

 

Generell fand die Partie einen sehr freundschaftlichen Rahmen. Das gemeinsame Mattenwegräumen honorierten die Reichraminger im danach folgenden gemeinsamen Restaurant. Danke nach Reichraming!

 

Nach vier Punkten aus zwei Partien hält das UJZ in der Tabelle auf dem zweiten Zwischenrang. Mit Union Kirchham II (am Fr., 20.4. in Niederwaldkirchen) und SV Gallneukirchen (am Sa., 28.4. in Gallneukirchen) warten auf das UJZ in den nächsten Wochen allerdings zwei echte Brocken.



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