26. Jul

Silber für unseren Löwen!

Samuel Gaßner feiert mit Silber beim Olympischen Jugendfestival (EYOF) in Györ den größten Erfolg seiner jungen Karriere. Vierte EYOF-Medaille der Klubgeschichte.

Mit der geringsten Quali-Leistung aller österreichischen Judo-Starter war Samuel Gaßner (alle Fotos von ÖOC/GEPA) zum EYOF (European Youth Olympic Festival) nach Györ doch mitgenommen worden - und hat sich mit einer Hammerleistung Silber geschnappt. Nach Weitsprung-Gold von Ingeborg Grünwald war es die zweite Medaille Österreichs beim EYOF.

 

"Das war richtig geil heute!", jubelte Sami, nachdem ihm bei der Siegerehrung die Silberne umgehängt wurde. "Ich habe mir das nicht erträumen lassen."

 

Nach vier Siegen, darunter ein schmerzvoller Armhebel-Sieg im Viertelfinale über den topgesetzten Vusal Ibrahimov, musste er sich in einem lange Zeit ausgeglichenem Finale dem Ungarn Botond Szeredas geschlagen geben, der den Ottensheimer mit einem mächtigen Ura-nage ipponisierte. "Den Ausheber hatte ich nicht erwartet. Auch wenn Gold drinnen gewesen wäre, bin ich mit Silber irrsinnig happy. Vor vollem Haus aufs Treppchen zu steigen, hat mir voll getaugt."

 

Erster Sieg gelang Gaßner am Vortag

 

Den ersten Sieg hatte Gaßner aber wohl schon am Vortag geholt - als der zuletzt in die Höhe geschossen Youngster nämlich das Wettkampfgewicht von 60 kg das letzte Mal in seiner Karriere erbracht hatte. "Daran hatte ich schon nicht mehr geglaubt", gab Peter Scharinger zu, dass er schon Zweifel hatte.


  

Der Start ins Turnier gestaltete sich dennoch schwierig für den 16-Jährigen, der nächstes Jahr noch immer in der Jugend startberechtigt ist. Gegen den Zyprioten Kypros Kourri gewann er mit 2:1 Waza-aris einen - wie er sagt - "zachen" Auftaktkampf. Gegen Achtelfinalgegner Maksim Akushka musste er sogar in die Verlängerung, welche er gleich zu Beginn mit einem Waza-ari für einen "Bärenwurf" für sich entschied. 

 

Nicht geklopft - selbst schuld

 

Im Viertelfinale wurde es noch brenzliger, der topgesetzte Aserbaidschaner Vusal Ibrahimov agierte extrem dominant, ging mit einem fulminanten Waza-ari in Führung. "In dem Kampf hatte er eigentlich keine Chance, doch die hat er genützt", kommentierte Nationaltrainer Ernst Hofer.

Erfolgreich in Györ: Samuel Gassner und Coach Ernst Hofer mit der silbernen Ausbeute

Gaßner dann aber eiskalt: Als der Mühlviertler neuerlich zu einer weiteren Waza-ari-Wertung auf den Boden musste, setzte er bereits im Rollen einen Armhebel an und zog durch. Doch Ibrahimov klopfte einfach nicht ab. Lieber ließ er sich das Ellbogengelenk zerstören.

 

Gaßner wirkte in der Situation leicht irritiert: Da er spürte, was im Gelenk seines Gegners vorgehen musste, blickte er dreimal zum Kampfrichter, der ebenfalls vergeblich auf ein Klopfzeichen des Aserbaidschaners wartete. Zwar löste der Referee die Situation dann ohne eine Wertung zu geben auf, Ibrahimov konnte aber nicht mehr weiterkämpfen, musste verletzt aufgeben. 

 

Diese - man möchte fast sagen - NEUE Bodenstärke spielte Gaßner auch im Halbfinale gegen den Israeli Yair Elkind aus. Der kleine Kämpfer schien den Österreicher mit seinen ständigen tiefen Angriffen zu entnerven, da dieser nicht und nicht zum Zug kam. Doch im Golden Score fand Gaßner erneut einen am Boden herausstehenden Arm und hebelte sich so ins Finale.

 

Training auf fruchtbaren Boden gefallen

 

Für Hofer zeigte sich von Gaßners Stärke im Bodenkampf gar nicht so überrascht: "Im letzten halben Jahr haben wir sehr viel Übergang Stand-Boden trainiert, da hatten die Jugendlichen sehr viel Ärger mit uns, aber heute hat es sich ausgezahlt." Auch mit der Finalvorstellung war Hofer nicht unzufrieden. "Ein Kampf mit offenem Visier, es hat mich gefreut, dass Sami riskiert hat. Er hat sich super verkauft."

 

Zumal die Stimmung speziell im Endkampf ohrenbetäubend grandios war. "Wenn man im Gastgeberland gegen einen Ungarn im Finale steht - das wird er sicher lange nicht vergessen", so Hofer.

 

Für das UJZ bedeutete die Silberne die bereits vierte EYOF-Medaille in der Vereinsgeschichte nach Tanja Kamberger (2. in Bath 1995), Peter Pfistermüller (3. in Tampere 2009) und Nico Spindler (3. in Tabzon 2011).

 

(26.7.2017)


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