06. Dec

Ihr Arzt fiel aus allen Wolken

Filzmosers Arzt hatte ihre Nachricht, wonach sie nach der OP an einem Radrennen teilnehme, zunächst nicht beachtet, weil er es für einen Scherz hielt.

Als der Arzt Milan Capousek eine Nachricht von Sabrina Filzmoser erhielt, in der sie ihm erklärte, dass sie den Kontrolltermin einen Monat nach ihrer Schulter-OP sausen lassen werde, weil sie stattdessen an der Yak-Attack, dem vielleicht härtesten Mountainbikerennen auf dem Planeten teilnehme, machte er sich nicht die Mühe zu antworten.

 

Weil er das als Scherz einstufte. Wer könnte denn tatsächlich auf die Gedanken kommen, anstatt der verordneten drei Monate Gelenksruhigstellung nach nur einen Monat schon so etwas zu wagen?

 

Tja. Kurzum: Er hatte NICHT mit Filzmosers Umtriebigkeit gerechnet. "Erst als er davon in der Zeitung las, wusste er, es ist todernst. Es hat ihn umgehauen", berichtet Filzmoser. 

 

Die Besorgnis bei dem engagierten Arzt war sofort groß. "Er schrieb mir und fragte mich, ob ich das Gefühl habe, dass alles noch an seinem angenähten Platz sei. Wenn ich nach Hause komme, soll ich unbedingt sofort zu ihm", verriet die Welserin, die sich nach dem Rennen...nun ja... nicht gerade schonte.

 

Viel mehr war sie zu jenem Zeitpunkt gerade beim Abstieg vom Ama Dablam, einem 6.812 Meter hohen Berg, der aufgrund seiner Silhouette als "Matterhorn Nepals" bekannt ist. "Ohne Sehne, ohne Muskel, ohne funktionierender Schulter, WIE bitte sollte ich das ohne seine fachlich perfekte ausgezeichnete chirurgische Leistung jemals geschafft haben", zerstreute Filzmoser die Sorgen ihres Arztes. 

 

Andere Verhältnisse

 

Am vergangenen Wochenende war Filzmoser dem ÖJV-Team zum Grand Slam nach Tokio nachgereist, bei dem sie freilich nur als Zuschauerin vor Ort war.

 

Vor dem Ama Dablam, den sie als erst 15. Österreicherin bestiegen hatte, engagierte sie sich in einem Waisenhaus Panjali Yoga in Kathmandu. Ihre Eindrücke stehen für sich:

 

"Diese 50 Kinder sind einige der jüngsten Waisen, die das Erdbeben überlebt haben. Also viele waren noch Babys vor 30 Monaten. Jeden Tag stehen sie um 5:00 auf und machen eine Stunde Yoga. (...) Wir haben nun Tatamis in ihrer Spiel/Ess/Aufenthaltsraum/halle, aber weitaus natürlich nicht genug Judogis für alle."

 

"Sie schlafen zu sechst in zusammengeschobenen Feldbetten, die Kleinsten essen in der Küche, die etwas Älteren in der Halle im Freien. Es ist nun bereits Anfang Winter, die Temperaturen abends bei Sonnenuntergang liegen bei 5Grad Celsius. Kein einziges Kind hab ich je weinen sehen."

 

"Wenn die Kleinsten beim Judo-Zuschauen zu müde werden oder ihnen zu kalt wird, klappen sie einfach aus der Sitzposition nach vorne um und schlafen. Unpackbar! Kein Mucks! Kein Maaaaaami, kein gar nichts.... Es ist völlig unglaublich dort."



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