28. Dec

Die UJZ-"Big Pictures" des Jahres

Ein Jahr voller emotionaler Höhepunkte und einiger Schreckmomente geht zu Ende. Wir blicken zurück auf das, was uns bewegte:

Es hat schon Tradition, als sich heuer am Tag vor Weihnachten mehrere Dutzend UJZ'ler im Aviva Hotel in St. Stefan am Walde trafen. Das gemeinsame Saunieren samt der anschließenden Schlacht am Salatbuffet ist mittlerweile gelebter und geliebter Usus, um vor den Feiertagen die Saison ausklingen zu lassen.

 

Der Blick zurück auf das ablaufende Jahr fiel unbeschwert aus, geht 2017 schließlich als Jahr in die Vereinsgeschichte ein, welches uns positiv in die nähere Zukunft blicken lässt. Wir haben uns noch einmal einige Fotos herausgepickt, die uns im abgelaufenen Jahr bewegten:


 

 


Daniel Allerstorfer im Infight mit dem Japaner Takeshi Ojitani.

Dani und die Weltherrschaft

 

Es sind oft die kleinen Dinge, woran ersichtlich wird, dass wir in der Lage sind, die Weltherrschaft an uns zu reißen. Bei Daniel Allerstorfer war das diesen Sommer ähnlich:

 

Der Petringer fand sich im August am Morgen seines WM-Kampftags in Budapest nämlich plötzlich zwei Zentimeter vor dem Spiegel des Hotellifts wieder, um dort angriffslustig mit dem Oberkörper nach links und rechts zu wippen.

 

Eine unbewusste Aktion, die aus dem Bauch heraus entstand. "Aber in diesem Moment wurde mir klar, dass ich die notwendige 'Scheiß-mir-nix'-Mentalität hatte", schilderte der damals 24-Jährige schmunzelnd, der an jenem Tag den WM-Dritten Iakiv Khammo sowie den japanischen Weltranglisten-Zehnten Takeshi Ojitani unter dem Jubel der mitgereisten UJZ-Abordnung auf die Matte schickte. 

 

Am Ende stand mit Rang sieben das beste Karriereergebnis unseres Schwergewichtlers. Sportlich war es DAS UJZ-Highlight des Jahres!


 

 

Der Sieg in Hellmonsödt brachte neuen Schwung und Glauben in das Bundesligateam.

 

Die Initialzündung in Hellmonsödt

 

Es ist eine gefühlte Ewigkeit her, dass sich ein zweiter Platz in der Herren-Bundesliga derartig gut angefühlt hat, wie jener, der nach der 5:9-Finalniederlage gegen Galaxy jüngst in Gmunden Realität wurde. Nach zwei verpassten Final Fours sowie Rang drei im Vorjahr zeigt der Trend auch hier nach oben, wenngleich die abgelaufene Saison aufgrund einiger Turbulenzen nur schwer als Gradmesser genommen werden kann.

 

Waren da doch der Ausstieg von Leibnitz, unser legionärloses Remis gegen Samurai sowie die zwei Frühjahrsniederlagen gegen Galaxy und Flachgau. Es war das überraschende 11:3 in Hellmonsödt (Bild oben) über den regierenden Vize Wimpassing, welches den Glauben erstarken und eine neue Dynamik enstehen ließ. Dort entstand etwas, was bis heute bewahrt und weitergetragen werden konnte. Dies war auch einer der Hauptgründe, warum Dani letztlich dem Team dem Vorzug gegenüber dem Masters gab.

 

Zahlenspiele: Allerstorfer teilte sich mit 13 Siegen und einer Niederlage im Grunddurchgang mit dem Welser Shamil Borchashvili den Titel "Mister Bundesliga". Das Final Four miteingerechnet führt übrigens Marcus Nyman die Statistiken mit 14:0 an. Zudem konnte Georg Reiter heuer mit seinem 95. Bundesligasieg UJZ-Rekordhalter Ernst Hofer (93) übertrumpfen. Auch bei den Einsätzen fehlen ihm 158 nur noch vier auf UJZ-Spitzenreiter Hofer.

 

Wer ein wenig vorausschaut, der hat längst erkannt, dass die kommende Saison eine noch größere Herausforderung wird, schließlich werden Wels, wo alle Borchashvilis nun die Staatsbürgerschaft haben, und Wimpassing, wo Aaron Fara von Galaxy zurückgekehrt ist, stärker als in dieser Saison. Zudem wird Dani aufgrund der im Frühjahr beginnenden Olympia-Quali nicht mehr so oft zur Verfügung stehen.

 

Nächste Saison wird somit eine harte Nuss, welche darauf wartet, geknackt zu werden! Helfen werden dabei die jungen Kräfte aus der zweiten Mannschaft, die heuer den Titel in der 2. Bundesliga holten.


 

 

Das erste Final Four der Damen-Bundesliga-Geschichte fand heuer in Niederwaldkirchen statt.

 

Der erste Schritt ist getan

 

Es war Ende November, als Silvia Ehrengruber von der Bundes-Sportorganisation (BSO) bei der Wahl zu Österreichs Funktionärin des Jahres mit Platz drei bedacht wurde. Eine Auszeichnung, die Rechenschaft über die Mühen der Niederwaldkirchnerin aus den vorangegangenen eineinhalb Jahren ablegten, in den welchen sie die vom UJZ vorangetriebene Idee einer Damen-Bundesliga in die Realität umsetzte.

 

Obwohl "nur" Kassierin nahm sich Ehrengruber der Agenda innerhalb des ÖJV an und durfte im Juni das erste Final Four der Damen-Bundesliga-Geschichte miterleben, welches passenderweise in Niederwaldkirchen stattfand. Stimmung und Rahmen bezeugten, dass das Projekt Potenzial hat. Dass die UJZlerinnen, die als einziges Team ohne Gastkämpferinnen antraten, im Halbfinale knapp mit 6:8 am Premieren-Meister Shiaido Wiener Neudorf scheiterten, tat der Stimmung wenig abbruch.

 

Beste Mühlviertlerin in der ersten gesamten Saison war übrigens Andrea Dall, die sieben ihrer zehn Kämpfe gewann. Schafft es diese Liga, sich zu etablieren, könnte dieses erste Final Four als rückblickend wichtiger Meilenstein in der heimischen Judoszene sein, die in den vergangenen Jahren unübersehbare Probleme bei der Dichte im Frauenjudo offenbarte.


 

 

Samuel Gaßner nach dem EYOF-Halbfinale (GEPA).

Der Ruf der nächsten Generation

 

Es war ein Schrei der Freude und mit Sicherheit auch ein Stück weit der Erleichterung, der aus Samuel Gaßner herausbrauch, der nach seinem überraschenden Halbfinalsieg bei den Europäischen Jugendspielen (EYOF) in Györ aus ihm herausbrach. Mit Gaßner holte ausgerechnet jener ÖJV-Kämpfer Silber, der mit der geringsten Qualileistung gerade noch mitgenommen wurde. Und mit Gaßner war es auch jener Sportler, der davor durch das vielleicht größte Wellenbad der Gefühle ging.

 

Denn nicht lange vor dem bisher größten Highlight seiner noch jungen sportlichen Karriere hatte Gaßner nämlich das Ableben seines Großvaters hinnehmen musste. Sein Opa war stets davon überzeugt, dass es Sami einmal bis ganz nach oben schaffen wird. Kurz vor seinem Tod hatte Sami seinem Großvater versprochen, dass er für ihn einmal eine Olympia-Medaille gewinnen werde. Ein Versprechen, welches er nur wenige Wochen später mit der Silbernen in Györ zum Teil bereits einlösen konnte. Mit dabei in der Tasche in Györ: ein Foto seines Opas.

 

Dies war eine der rührendsten Geschichten des UJZ-Jahres - die damit in Verbindung stehende EYOF-Silberne war jedoch nur die Spitze eines ganzen Eisbergs an Nachwuchserfolgen 2017. Angefangen bei einem international konstant stark kämpfenden Niki Rechberger, der wie Rebekka Autengruber Platz neun bei der U18-EM erreichte, über die Ottensheimer Gruppe, die einen neuen Schwung in die Kerntrainings des UJZs bringt, bis runter zu den Titeln in der OÖ-Jugend- und -Schülerliga:

 

Unser Nachwuchs machte uns heuer wieder richtig Freude!


 

 

Peter Scharinger beim Coachen seines Aushängeschilds Emilie Sook.

Wir sind Teamchef

 

Die Anspielung auf die legendäre "Bild"-Schlagzeile "Wir sind Papst" bezieht sich freilich auf Peter Scharinger, dessen Verlautbarung, künftig als dänischer Teamchef zu arbeiten im UJZ zweierlei Reaktionen auslöste:

 

Einerseits Wehmut, dass wir einen Freund, Judo-Kosmopoliten, engagierten Trainer und ideenreichen sportlichen Leiter mitsamt der von uns liebgewonnenen Crossfittrainerin Rikke Berg ziehen lassen müssen. Und zum anderen Stolz, weil erstmals direkt aus unserer Mitte einer den Sprung an die Spitze eines Nationalteams schafft. Fraglos eine Auszeichnung für Scharinger wie für das UJZ.

 

Die Befürchtungen vor der aufgehenden Lücke im Klub bestätigten sich bisher nicht. Zum einen, weil Scharinger nach wie vor mit Rat zur Seite steht und zum anderen, weil andere - allen voran Martin Schlögl und Ernst Hofer - die Agenden bestens abdecken.

 

Gerade erst nach dem Final Four in Gmunden meinte Peter aus der Ferne: "Mich hat voll gefreut zu sehen, wie viele verschiedene Leute da jetzt mitangepackt haben." Auf das der Blick nach Dänemark auch im neuen Jahr für die UJZ'ler kein wehmütiger sondern ein stolzer ist!


 

 

Der tapfere Felix nach seinem Oberschenkelbruch.

Helikopter sind doof

 

Als Judoka haben wir ja prinzipiell keine Angst vorm Fliegen, also vor kleineren Flügen, aber Helikopter können uns nach diesem Jahr endgültig gestohlen bleiben. Denn binnen weniger Wochen mussten heuer gleich drei (!) UJZ'ler per Rettungsshubschrauber in ein Spital gebracht werden.

 

Den Anfang machte Michael Hofer, der sich beim Klettern am Dachstein an einem losen Stein vergriff und mehrere Meter abstürzte. Nicht vergriff sich Gott sei Dank Magda Knogler, die ihren Freund per Seil sicherte und so vor Schlimmerem als den letztlichen Schürfwunden und Knöchelverletzungen bewahrte.

 

Nicht so glimpflich ging wenig später ein Motorradsturz von Manfred Reiter aus. Der Landesliga-Trainer zog sich einen offenen Unterschenkelbruch sowie mehrere gebrochene Rippen zu, die ihn sogar auf die Intensivstation brachten. Zum Glück ist er mittlerweile wieder auf den Beinen und war auch lautstark beim Final Four mit.

 

Den dritten Hubschraubereinsatz verursachte Youngster Felix Füreder, der sich in der letzten Einheit des Trainingslagers in Matrei den Oberschenkel brach und daraufhin nach Lienz geflogen werden musste.


Das UJZ wünscht allen Judo-Begeisterten einen guten Rutsch in das Sportjahr 2018!


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