14. Apr

"Sonst hätte ich mir nichts Gutes getan"

Daniel Allerstorfer erklärt vor seinem EM-Start am Sonntag in Lissabon, warum er sich heuer neu ausrichten musste.

Ungewöhnlich ruhig war es zuletzt um Daniel Allerstorfer. Während andere im Olympia-Rennen jedwede Chance auf Punkte ergriffen, bestritt der 28-Jährige mit den Grand Slams in Tiflis (Auftaktniederlage) und Antalya (Achtelfinale) gerade einmal zwei Turniere.

 

Hatte ihn zu Beginn der Olympia-Qualifikation ein Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule lange gebremst, sind nun aber keine Wehwehchen schuld. "Mir gehts super, nix tut weh", bestätigt Allerstorfer.

 

Das Rausnehmen zu Jahresbeginn wählte der St. Petringer selbst - und das nicht ohne Grund. "Es war eine neue Situation für mich. Einerseits waren die Bedingungen dank der Trainingsumstellung endlich so, wie ich sie mir schon lange gewünscht hatte. Andererseits musste ich allmählich erkennen, dass die Olympia-Qualifikation kaum mehr machbar war", so die Nummer 39 der Weltrangliste.

 

Das Ziel, für das er schon so viel investiert hatte, nun aufzugeben, war nicht einfach, letztendlich aber notwendig. "Weil ich mir selbst nichts Gutes getan hätte, wenn ich etwas nachlaufen würde, was nicht mehr realistisch ist", sah der Rio-2016-Starter ein, dass der Zug nach Tokio abgefahren ist.

 

Der neue Fokus

Mit der Neu-Ausrichtung legte er seinen Fokus auf die nun anstehende EM sowie die im Juni folgende WM. Die Motivation dafür kam rasch, womöglich auch dank der geänderten Trainingsstruktur im ÖJV-Nationalteam.

 

"Das Training macht jetzt viel mehr Sinn, wenn die anderen starken Schweren regelmäßig greifbar für mich sind", freut sich Allerstorfer über den neu installierten Bundesstützpunkt auf der Gugl, in dem das Team regelmäßig zusammengezogen wird. In den Trainings herrscht wegen der gestiegenen Intensität nicht nur ein stärkerer, sondern mit Neo-Trainerin Yvonne Bönisch auch ein frischer Wind. "Die ersten Wochen waren richtig anstrengend", meint Allerstorfer, "aber jetzt ist es richtig super. Das neue System greift schön langsam."

 

Dementsprechend fit hob Allerstorfer am Mittwoch Richtung Portugal ab. Einzig wurmt ihn, dass er seine starke Physis bei den bisherigen Saisonauftritten noch nicht in Ergebnisse ummünzen konnte. "Bei der EM geht es für mich jetzt auch darum, mich selbst zu belohnen", sagt Allerstorfer, der in Lissabon Österreichs einziger Schwergewichtler sein wird. Tokio-Kandidat Stephan Hegyi lässt sicherheitshalber aus. Oberschenkelbeuger und Adduktoren sind lädiert, weshalb man 100 Tage vor den Olympischen Spiele nichts riskieren wolle.

 

Insgesamt vier Frauen und vier Männer nominiderte Bönisch für Lissabon:

 

-57 Sabrina Filzmoser (Wels)

-63 Magda Krssakova (Sirvan)

-70 Michaela Polleres (Wimpassing)

-78 Bernadette Graf (Innsbruck)

 

-73 Lukas Reiter (Wimpassing)

-81 Shamil Borchashvili (Wels)

-100 Aaron Fara (Wimpassing)

+100 Daniel Allerstorfer (UJZ Mühlviertel)



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