31. Aug

"Eure Nachrichten brachten mir das Lachen zurück"

Den Kampf um sein Leben hat er gewonnen: Christoph "Breiti" Scheiblhofer überraschte das UJZ mit einem Kurzbesuch im Training.

Es ist etwas mehr als 50 Tage her, als die UJZ'ler in der Halle in Niederwaldkirchen zusammenkauerten. Unter Schock gedachten wir gemeinsam Christoph Scheiblhofer, der nach einem verheerenden Arbeitsunfall um sein Leben rang. Ihm positive Gedanken und Energie zu schicken, war das einzige, was wir tun konnten. Tränen flossen...

 

Zeitsprung: Vergangenen Freitag gab's im Vereinstraining wieder ein paar feuchte Augen. Diesmal der Freude wegen:

 

"Hallo Leute, ich wollte mal vorbeischauen...", sprach ein Bursch, der mit schwarzem Kapperl und schwarzem Mundnasenschutz auf die Randori-Matte spazierte. Es war .... tatsächlich... unser "BREITI"! (Titelfoto oben von 2019 von Sellner/ÖJV)

 

Was für eine Überraschung, welch' Freude, welch' Hochgefühl....!

 

Darf man ihn schon herzhaft drücken?...Tut ihm das weh?...Einige versuchten es nach kurzem Zögern einfach. "Breiti" erwiderte es zumindest.

 

So fühlen sich Wunder an

Dabei dürfte der 18-Jährige doch noch gar nicht hier stehen. Schließlich schrieben wir gerade einmal Tag 60 nach seinem schrecklichen Unfall. Ursprünglich waren ihm mindestens 90 Tage Intensivstation prognostiziert worden. Vorausgesetzt der Körper des ehemaligen Österreichischen U18-Meisters würde es überhaupt so lange aushalten. Das war anfangs ungewiss gewesen.

 

Doch "Breiti" tat das, was er so gut kann: kämpfen! "Sein Herz schlägt wie ein Uhrwerk", hielten seine Eltern Marianne und Klaus Freunde über "Breitis" Instagram-Account (betreut vom Papa) auf dem Laufenden.

 

Die Heilungsfortschritte in den folgenden Wochen waren außergewöhnlich. Nach etwa 40 Tagen hatte er alle wichtigen OPs hinter sich und konnte die Intensivstation verlassen. Nicht nur das, ist er seit rund zehn Tagen bereits ganz daheim. Selbst die Ärzte staunen über seine Wundheilung. "Als wir die Nachuntersuchung in Linz gemacht haben, haben sie zweimal nachgefragt, ob das eh nicht das falsche Unfall-Datum sei, weil das könne ja nicht stimmen...", schildert Vater Klaus.

 

"Breiti" selbst hat das Ringen mit dem Tod zwar ein paar Kilo gekostet, aber angesichts der Umstände sieht er unfassbar blendend aus. Dass in seinem Gesicht ein Cut über dem Auge schon das markanteste Zeugnis der Geschehnisse ist, spricht Bände.

 

Es sieht danach aus, dass er keinerlei bleibende Schäden davonträgt. "Aus heutiger Sicht wüsste ich nicht, was dagegen spricht, dass er im Frühjahr wieder Judo trainiert", sagt Klaus, der weiß, dass sein Sohn die ersten Schritt auf dem langen Weg zurück längst gemacht hat. "Ich bin heute schon auf dem Heimtrainer gesessen", verriet "Breiti" grinsend. "Schließlich will ich ja Staatsmeister werden."

 

Das ist freilich noch Zukunftsmusik. Als nächstes steht einmal die Reha auf dem Programm. "Breiti" hofft, in den nächsten Wochen einen Platz am Weißen Hof in Klosterneuburg zu bekommen. (UPDATE: Nun steht fest, dass "Breiti" ab Donnerstag, 3.9. seine Reha antreten kann.)

 

Nicht alleine

Die Anteilnahme an seinem Schicksal war groß. Dutzende Nachrichten von Freunden, Österreichs Judo-Familie und Arbeitskollegen trudelten ein. "Die ersten Tage, an die ich mich im Krankenhaus erinnere, war mir alles andere als zum Lachen zumute", schilderte "Breiti" die für ihn schlimmste Zeit. "Es waren ein paar lustig formulierte Briefe, die mir das Lachen zurückgebracht haben."

 

Christoph möchte sich bei allen bedanken, die ihn durch diese schweren Wochen getragen haben:

 

"Als ich im Krankenhaus gelegen bin, habe ich mich alleine gefühlt. Als ich dann aber die vielen Briefe und Nachrichten gesehen hab, hab ich gemerkt, dass ich das nicht bin. Da waren so viele, die an mich gedacht haben, mit mir mitgefiebert haben. Das bedeutet mir sehr viel! Ich bin dankbar für jede Nachricht und jeden Kommentar, sie alle haben mir Zuversicht und Kraft gegeben, um schneller wieder auf die Beine zu kommen. Danke!"

 

 

 

(Diese Meldung ist auf Wunsch der Familie ausschließlich für die Verbreitung innerhalb der Judo-Szene gedacht. Inhalte daraus dürfen nicht von Medien verwendet werden.)



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