19. Jan

Ohne Kreuzband zum Titel

Benedikt Rechberger belohnt sich bei Österreichischen U18-Meisterschaften in Feldkirch. Auch Mathilda Rittsteiger biss bei Bronze die Zähne zusammen.

Dass Benedikt Rechberger am Samstag auf dem obersten Podest der Österreichischen U18-Meisterschaften in Feldkirch stand, war vor nicht allzu langer Zeit noch eher Wunschdenken gewesen.

 

Denn vor etwas mehr als einem Jahr war der Haibacher ein recht seltener Trainingsgast. Zumindest beim Judo. Der Linzer Akademie-Kicker überdribbelte zu jener Zeit nämlich mehr seine Gegenspieler anstatt sie zu werfen.

 

Nichtsdestoweniger ließ sich "Benni" für die U16-Vereinsmeisterschaften 2018 dann doch breitschlagen auszuhelfen. Mit Erfolg: Die Burschentruppe holte prompt den Titel. Als er dann - eineinhalb Monate später - bei den U18-Meisterschaften überraschend erst im Finale verlor, war da schon der Eindruck, dass Rechberger Blut geleckt hat.

 

Entsprechend sein Engagement in den Folgemonaten. Gut möglich, dass das Nachholen des U18-Titels irgendwo im Hinterkopf herumschwirrte. Auch nachdem er sich vergangenen November das Kreuzband im Knie riss. Denn nach etwas Zuwarten und ärztlichem Rat entschied er sich gegen eine Operation. "Dann wäre ich bis zu eineinhalb Jahre ausgefallen." Das wollte er nicht.

 

Im Trainingslager Linz holte er sich die Gewissheit, dass das Knie hält. "Es fühlt sich manchmal noch etwas eigenartig an, aber es geht." Dementsprechend sicher legte er am Samstag los. In der mit 31 Startern größten Gewichtsklasse war er als Nummer eins gesetzt und hielt Auftaktgegner Fabian Zellmann glich mit einem Sangaku fest - das Knie spielte mit.

 

Den Klosterneuburger Leon Gümüskaya ipponisierte er mit einem Ura-nage, ehe Rechberger im Halbfinale den Salzburger Christoph Powolny nach einem Waza-ari für Seotoshi abhebelte. Das Finale gegen den Neo-Gallneukirchner Leon Tschilikin gestaltete sich wegen dessen Konter-Fähigkeiten zwar knifflig, "aber ich wollte einfach unbedingt gewinnen", sagte Rechberger, der mittels Festhalter (siehe Foto oben/Credit: Oliver Sellner) alles klarmachte. 

 

Ein Test mit Bronze belohnt

Ein breites Lächeln im Gesicht hatte auch Mathilda Rittsteiger. Für die 15-Jährige waren die U18-Meisterschaften ihr erster Turniereinsatz seit mehreren Monaten. Wegen ihrer schweren Rückenprobleme war unklar gewesen, ob dieses nicht auch noch zu früh kommt. "Probieren wir es einfach", hatte es die Niederwaldkirchnerin dann doch gejuckt. Erst im Trainingslager Linz hatte sie die ersten Randoris seit langem gemacht. Trainieren war aber auch zuletzt nur mit Abstrichen gegangen.

 

Umso schöner, dass nach zwei Siegen sowie einer Niederlage gegen die spätere Siegerin Elena Dengg gleich die Bronzene in der Klasse bis 70 herausschaute. Im entscheidenden Medaillenkampf, in dem sich der Rücken zwischenzeitlich meldete, würgte Rittsteiger die Kremserin Leonie Kittel ab.

 

Auch Pröll zwickte der Rücken

Rittsteiger war nicht die einzige UJZ'lerin, die am Samstag der Rücken Sorgen bereitete. Bei Ronald Pröll war es allerdings nicht chronisch sondern akut: Beim Aufwärmen hatte es dem Helfenberger einen Stich gegeben. Nach seinem Auftaktsieg in der Klasse bis 73 stand er wegen der Schmerzen sogar kurz vor dem Turnierausstieg.

 

Ausgerechnet Andrea Stump - also die Trainerin seines Auftaktgegners Theodor Senk - half Ronnie mit dessen Rückenproblemen. "Das ist selbstverständlich", sagte Stump. Noch einmal ein dickes Danke aus dem Mühlviertel dafür! Pröll gewann noch einen weiteren Kampf, ehe der U16er bei seiner ersten Jugend-ÖM nach zwei Niederlagen auf dem fünften Platz landete.

 

Wegen zweier knappen Niederlagen musste sich Lisa Peherstorfer, die aufgrund der zu wenigen Starter von bis 44 kg aufgestuft wurde, mit dem undankbaren fünften Platz zufrieden geben. Für Johanna Leitner (-57) und Leonie Eder (-63) stand nach jeweils einem Sieg sowie zwei Niederlagen der siebente Platz. Christian Pirngruber (-66) war seit längerem wieder mit von der Partie, blieb ohne Kampfgewinn.

 

Mit einmal Gold sowie einer Bronzenen belegte das UJZ Rang fünf im Medaillenspiegel. Die Landesverbandswertung dominierte Oberösterreich.



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