21. May

Der ewige Gegi

Georg Reiter bestritt beim 9:5-Sieg von UJZ Mühlviertel bei Vienna Samurai seinen 163. Bundesligakampf (Rekord). Fotos sind online.

Bis 73 kg abgewogen - bis 90 den Punkt gemacht.

 

Mit einem butterweichen Abtaucher - so wie er seine Abtaucher am liebsten hat - ipponisierte Georg Reiter Gegner Gabriel Lukanovic. Auch wenn aus der Aktion all die Routine des 31-Jährigen sprach, er auch nicht sonderlich jubelte, haftete diesem Moment dann doch ein besonderer Glanz an: Schließlich war es der 163. Bundesligakampf Reiters, womit er Ernst Hofer hinter sich ließ und nun alleiniger Klub-Rekordhalter bei den Bundesliga-Einsätzen ist.

 

"Ich freue mich, dass ich so viele Siege für mich, für die Mannschaft und für den Verein eingefahren habe. Dazu gehört auch etwas Glück, denn Verletzungen passieren, wovon ich verschont blieb", meinte der UJZ-Kapitän danach fast demütig, um allerdings mit der gewohnten Spitzbübigkeit zu ergänzen: "Und vielleicht geht sich ja noch ein Kampfgewinn aus."

 

Das mit dem einen Kampfgewinn war möglicherweise auch nicht ohne Hintergedanken, denn einer noch und er knackt als erster UJZ'ler die 100er-Marke.

 

Das Video des ersten Durchgangs (das vom zweiten ist weiter unten) wird präsentiert von AVR Agrarprofi:


Die 163 Kämpfe haben freilich die Erinnerung an sein Debüt ein wenig ausbleichen lassen. Reiter selbst konnte sich nicht mehr recht daran erinnern. Ein Blick in das Archiv verriet allerdings, dass er seine Premiere fast auf den Tag genau vor 15 Jahren gefeiert hatte: Am 24. Mai 2003 hatte er als 16-Jähriger bis 60 kg bei einer 4:10-Niederlage in Innsbruck zweimal gegen Christoph Reitmeier Lehrgeld zahlen müssen. "Ich weiß nur, dass ich noch grün hinter den Ohren war", sagte Reiter.

 

Nyman sogar effizienter als Nastula

 

An jenem Tag vor 15 Jahren geschah zudem eine der nur insgesamt sechs Niederlagen (bei 74 Siegen und drei Unentschieden), die der Mühlviertler Parade-Legionär Pawel Nastula hatte einstecken müssen. Mit 89,16 Prozent wies der Pole seither die beste Siegquote aller UJZ'ler auf, die mindestens 50 Bundesligakämpfe auf den Buckel haben - bis vergangenen Samstag:

 

Marcus Nyman stand im zweiten Durchgang gegen Samurai (nicht wie im Stream von mir behauptet schon im ersten Durchgang ;-) ) zum 50. Mal für das UJZ auf der Bundesligamatte. Mit zwei sicheren Siegen bis 100 kg über Sascha Kuba, der sich leider am Daumen verletzte, und Markus Leonhardsberger schraubte der Schwede sein Konto auf 45 Siege (bei einem Unentschieden und vier Niederlagen) hoch, was eine 90-prozentige Erfolgsquote bedeutet. 

 

Die Zahlen belegen, dass die Leistungen des treuen Nordmannes nicht hoch genug eingeschätzt werden können.

Wiesingers hält Legionär fest

 

Seinen ersten Bundesligasieg verzeichnete am Samstag indes Mario Wiesinger - dieser hatte es auch gleich in sich. Da Tobias Weixelbaumer, der mit in Wien war, wegen beruflicher Verpflichtungen aber das Gewicht nicht bringen konnte, bekam der 18-Jährige beide Partien bis 66 und zahlte das Vertrauen von Trainer Martin Schlögl auch artig zurück.

 

Der Ottensheimer machte den serbischen Legionär Strahinja Buncic mit einem Sangaku-Umdreher am Boden dingfest. Eine faustdicke Überraschung, welche den UJZ'lern eine Menge Druck nahm. Denn die Aufstellung des ersten Durchgangs hatte eigentlich die Partien bis 81 und bis 90 als matchentscheidend erscheinen lassen - dank Wiesinger konnten Simon Hofer und Rainer Binder in den besagten Klassen nun aber befreiter aufkämpfen.

 

 

Das schien sich auch bemerkbar zu machen, da Hofer gegen Patrick Ganselmayer vom Griff her fast schon ungewohnt konsequent auftrat, ein Waza-ari für Yokotomoenage kurz vor Ende brachte dem Sonnberger den Sieg. Bis 90 gestaltete Binder seine Partie gegen Lukanovic offen, übersah aber einen Nachfeger, für den es Ippon gab.

 

Driton Shala hatte zuvor bis 73 kg sein Soll gegen den jungen Peter Anetshofer souverän erfüllt. Oben ließen sowohl Nyman als auch der schwedische Neuzugang Joakim Dvärby nichts anbrennen. Bis 60 kg allerdings das umgekehrte Bild: Niki Rechberger musste gegen den niederländischen Legionär Jorre Verstraeten zweimal Lehrgeld bezahlen.

 

Das Video vom zweiten Durchgang:

Samurai ging Rochade voll auf

 

Im zweiten Durchgang kam jedoch noch einmal gehörig Spannung auf, da Samurai eine Rochade voll aufging: Anetshofer und Buncic tauschten die Plätze und siegten beide.

 

Wiesinger, der gegen Anetshofer zweimal eine Art Makikomi nach vorne abrollte, ärgerte sich, dass er nach der Überraschung gegen den Legionär gegen den vermeintlich schwächeren Gegner verlor. Wie stark Buncic ist, zeigte dieser bei seinem Fight gegen Shala, den er zunächst über das Kinn abwürgte, was von den Kampfrichtern nicht bemerkt wurde, erst nach Videostudium revidiert wurde. Als gleich danach Buncic mit einem Taneotoshi endgültig den Ippon zugesprochen bekam, war Shala schwer zu beruhigen - aufgeheizt wohl auch noch von der Aktion zuvor, als der Referee trotz Anzeigens das Kinn nicht gefunden hatte.

 

Bevor beim UJZ endgültig ein Nervenflattern einsetzen konnte, kam Hofer und machte gegen Ganselmayer den Punkt zum 6:5, was angesichts der restlichen Begegnungen die gefühlte Entscheidung war. Allerdings hatte Hofer gehörig zu kämpfen, weil er vom Griff her schlecht in die Partie gefunden hatte, sich aber regelrecht hineinwühlte und letztlich in den Schlusssekunden per Festhalter - schon fast auf dem Holzboden - den Deckel draufmachte.

 

Reiter und die Ikea-Boys besorgten den Rest, womit das UJZ nach vier Runden mit sechs Punkten und Platz vier weiter voll im Plansoll für das Final Four ist. Der nächste Gradmesser kommt bereits um die Ecke: Die diesmal kampflosen Flachgauer kommen am 9. Juni nach Niederwaldkirchen - quasi ein Klassiker neu aufgelegt.

  


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